Alle paar Wochen steht Kathrin Feldmann auf dem Münchner Odeonsplatz. Gemeinsam mit einem Haufen Musikerinnen und Musikern aus unterschiedlichsten Genres führt sie streng genommen eine Versammlung durch, die ist nämlich auch erlaubt in Corona-Zeiten. Doch Passanten werden es als das wahrnehmen, was es eigentlich ist: Ein Open-Air-Konzert. Es werden Lieder vorgetragen – von Beethovens „Ode an die Freude“, Abbas Klassiker „Thank you for the music“ bis zum Gefangenenchor aus „Nabucco“. Kathrin hatte als Musikerin und Therapeutin mit der ersten Veranstaltung das erste Open-Air-Klassik-Konzert in München seit dem Lockdown inittiert. Weil sie was zu sagen hatte – wie viele andere Musikerinnen und Musiker auch: Wenn es nicht mehr möglich ist, Musik zu spielen, dann geht ein wertvolles Stück unserer Kultur verloren.