Atti-Tune

Musikerinnen und Musiker mit Haltung

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    Musik in der Corona-Krise

    Zerstört Corona unsere Musik-Kultur? Das war oder ist immer
    noch eine zentrale Frage von Fans, von Veranstalerinnen und Veranstaltern und
    von Musikerinnen und Musikern seit einigen Monaten. Ich hatte mich ab März
    immer wieder Mal mit einigen von ihnen unterhalten, außerhalb der üblichen
    Episoden und dazu jeweils kürzere Podcasts veröffentlicht. In dieser
    Sommerepisode habe ich ein paar Gespräche zusammengeschnitten – als fast schon
    zeitgeschichtlicher Rückblick auf die erste Jahreshälfte 2020, in der
    Musikerinnen und Musiker Haltung zeigen mussten, auch um weiter zu bestehen.
    Die Band Deitsch, das Projekt „Sing ein Lied in Deiner Stadt“, die
    Glockenbachwerkstatt und ein Bamberger Nachbarschaftsprojekt erzählen, wie sie
    mit der Situation umgegangen sind.

    Wie Country-Musik aus Tennessee gegen institutionellen Rassismus hilft

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    Die Band Lucile and the Rakibuam hätte im Februar spielen
    solle anlässlich das rechtsextremen Anschlags in Hanau. Doch dann kam Corona.
    Im Juli konnten sie es dann nachholen, mit Erfolg. Ich habe mich mit dem Sänger
    und Perkussionisten Tuncay Acar eine Stunde lang unterhalten, der mit dem
    Konzert öffentlich zeigte, dass wir solche Themen nicht einfach ignorieren
    dürfen, dass sie weiterhin ihre Relevanz behalten – trotz Pandemie. Tuncay ist
    in München stadtbekannt als Musiker aber auch als Veranstalter. In dem Gespräch
    plädiert er offen für einen Kampf gegen Rassimus, bei dem wir vergessen müssen,
    erst bei den rechtsextremen Attentätern anzufangen …

    Wir wollen gehört werden!

    Alle paar Wochen steht Kathrin Feldmann auf dem Münchner Odeonsplatz. Gemeinsam mit einem Haufen Musikerinnen und Musikern aus unterschiedlichsten Genres führt sie streng genommen eine Versammlung durch, die ist nämlich auch erlaubt in Corona-Zeiten. Doch Passanten werden es als das wahrnehmen, was es eigentlich ist: Ein Open-Air-Konzert. Es werden Lieder vorgetragen – von Beethovens „Ode an die Freude“, Abbas Klassiker „Thank you for the music“ bis zum Gefangenenchor aus „Nabucco“. Kathrin hatte als Musikerin und Therapeutin mit der ersten Veranstaltung das erste Open-Air-Klassik-Konzert in München seit dem Lockdown inittiert. Weil sie was zu sagen hatte – wie viele andere Musikerinnen und Musiker auch: Wenn es nicht mehr möglich ist, Musik zu spielen, dann geht ein wertvolles Stück unserer Kultur verloren.

    Schlawindl

    Schlawindl heißt eine bayerische Band, die Rockmusik für Kinder macht. Und vermittelt den Kids damit auch eines: Haltung zeigen. Ein Song heißt „Wir stehen nicht auf Rassismus“, das Video dazu hat die Band mit Schülerinnen und Schülern von ortsnahen Schulen aufgenommen. Andi Starek heißt der Kopf der Band. Neben seiner Musik ist Andi auch sehr engagiert beim Verein Orienthelfer e.V., 2012 gegründet vom Kabarettisten Christian Springer. Mehrere Reisen in den Libanon hat er in dem Rahmen des Vereins schon unternommen – und dort eindrückliche Erfahrungen mit Geflüchteten aus dem Syrien-Krieg gemacht, die durch seine Arbeit für Schlawindl, durchs Songwriting für Kinder letztlich ihr Ventil bekommen.

    Coronakrise: Online-Gigs in der Glocke

    Für viele Musikerinnen und Musiker ist es zur Zeit schwierig über die Runden zu kommen. An ein Einkommen durch Auftritte, durch Gagen ist in diesen Wochen nicht mehr zu denken. Die Münchner Glockenbachwerkstatt hat da eine Möglichkeit gefunden, immer noch Bands spielen zu lassen. Und damit haben einige Künstlerinnen und Künstler bisher ein deutlich größeres Publikum erreichen können als vor Corona. Ich hab mich mit Andy Alt von der Glocke unterhalten.